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Die Dorfchronik: Von den Anfängen bis 1883

Theodor Riesterer war einst der Hauptlehrer zu Merdingen. Offensichtlich ein eifriger Mann, der seine Heimat schätzte und die Geschichte liebte. Deshalb schrieb er eine Dorfchronik von den Anfängen nach der Eiszeit bis zum Ende des 19ten Jahrhunderts. Von dieser Chronik existieren zwei Abschriften, die mir in Kopie unser ehemaliger Kaufmann Elmar Weis überlassen hat. Vielen, vielen herzlichen Dank dafür und ich bitte zu entschuldigen, dass es so lange gedauert hat, bis ich den Texten endlich die nötige Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Ich veröffentliche eine der Abschriften heute. Die zweite Abschrift von August Breuel und Maria Landmann werde ich nachreichen.

Es ist schon eine wechselvolle, oft brutale Geschichte. Ein Abt wird erschlagen, Dörfer dem Erdboden gleich gemacht und aufgegeben wie Harthausen und Grüningen. Die Römer ersetzen mit dem christlichen Glauben den alten Volksglauben, dessen Rituale aber doch noch lange – auch bis heute – bestehen bleiben. Akribisch wird zum Teil notiert, welche Höfe wohin welchen Zehnten zu leisten haben.

Man erkennt: Auch unsere kleinen Dörfer haben eine wechselvolle Geschichte. Schön, wenn das erhalten bleibt. Hier der Text in sechs Portionen á 20 Seiten willkürlich geteilt:

Die Riesterer-Chronik – Geschichte unserer Heimat, insbesondere unseres Pfarrdorfes Merdingen und der nicht mehr bestehenden Orte Harthausen und Grüningen:

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 |

Die pdf-Dateien sind jeweils knapp 1MB groß. Höher aufgelöste Scans sind bei mir erhältlich.

Alte Merdinger Ansichten: Der Breisgauer im Schnee

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtEs hat geschneit heute. Ja, es ist nix liegen geblieben, aber es vielleicht meine letzte Chance in diesem Winter, also muss das als fadenscheiniger Vorwand für diese Veröffentlichung reichen. Was wir wissen und was uns diese entlarvende Ansicht nur zu gut bestätigt:

1. Wenn es schneit dreht der Breisgauer am Rad. Nirgendwo sonst würde man nur deshalb den Bau eines Schneemannes so übertreiben.

2. Männer kümmern sich schon immer ganz hinreissend um ihre Kinder. Schon immer heisst: Auch schon 1924. Wie sonst kann man solchen Einsatz erklären.

3. Kinder sind immer ein gutes Schutzschild für das Kind im Manne. Man kann ja nicht einfach so mit der Modelleisenbahn spielen oder eben so ein Schneemannungetüm bauen. Das tut man doch immer für die Kleinen.

Alte Merdinger Ansichten: Schneeriese im Jahre 1924

Die Künstler von 1924 in guter Manier von links nach rechts: Josef Hintereck, Leo Mangold mit Sohn Alois Mangold, Remigius Mangold, Albert Egloff, Oswald Menner, Theodor Menner, Josef Maier, Willi Schopp, Adolf Selinger, Josef Weber.

Mit dem besten Dank an Clarita.

Stockbrunnen vor Sonne?

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtEin Bild mit vielen Kindern und bekannten ortstypischen Zutaten: Stockbrunnen und Gasthaus Sonne. Aber irgendwas stimmt einen sofort stutzig. Genau: Der Brunnen steht direkt vor der Sonne. Da steht der heute nicht mehr, sondern weiter links. Dort wo am Bildrand das Haus zu erkennen ist. Das gibt es nicht mehr.

Alte Merdinger Ansichten: Stockbbrunnen & Sonne
zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Vielleicht sollten wir den Brunnen wieder zurück vor die Sonne stellen. Als verkehrsberuhigende Maßnahme. Brunnen statt Zebrastreifen!

Mit Dank an Clarita.

>> Alle alten Merdinger Ansichten

Zum Zwischenzeugnis

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtGestern gab es Zwischenzeugnisse und somit ist ganz offiziell wieder eine halbes Schuljahr geschafft. Uff.

Dazu gibt es nun von mir ein undatiertes Foto der alten Schule. Man kann es nicht genau erkennen, aber ich vermute mal schwer, die Kinder sahen damals einfach nur bräver aus.

Alte Merdinger Ansichten: Schule

Danke an Reinhold Stein für dieses Foto aus dem CDU-Archiv.

Ich stelle fest: Tot geglaubte leben länger und so nimmt meine schon sehr eingeschlafene Aktion „Alte Merdiner Ansichten“ gerade mächtig Fahrt auf. Ich freue mich über jedes Foto, bitte aber um Nachsicht, wenn es manchmal etwas dauert. Muss einem ja auch was einfallen dazu und irgendeinen Anlass braucht es auch. Der darf aber beliebig konstruiert sein.

Szenen aus dem 1. Weltkrieg

Die Überschrift klingt natürlich erstmal wenig erfreulich und doch ist es eine sehr nette kleine Anekdote aus dem Jahre 1918, die ich heute präsentieren darf. Wie überall, so waren wohl auch hier Soldaten stationiert und wurden in der Nachrichtenvermittlung ausgebildet. War damals bestimmt noch nicht so einfach. Einer dieser Soldaten war Dieter Finzen aus der Lübecker Gegend. Es hatte ihn bis zum Februar 1918 schon ordentlich quer durch Europa verschlagen, bevor er nun im letzten Kriegsjahr für einige Zeit ins Breisgau kam.

Dieter Finzen hat Tagebuch geführt. Und dieses Tagebuch wird nun quasi um gut 90 Jahre zeitversetzt als Blog veröffentlicht. Der Bloggerpate aus der Jetztzeit hat mich auf den bevorstehenden „Merdingeneintrag“ hingewiesen. Wir lernen (was wir schon wußten):

Merdingen ist ein nettes Dörfchen mit noch netteren jungen Mädchen.

Dieter ging es also ganz gut im Derfli. Da sind wir schon mal beruhigt und verzeihen dem jungen Burschen den „Fuße des Kaiserstuhls“ großzügig.

Ich habe Dieters Blogpaten nach seiner Motivation für diese Veröffentlichung gefragt und eine erstaunliche Antwort erhalten:

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren privat mit der deutschen Geschichte und insbesondere mit der Militärgeschichte des 1. Weltkriegs. Als mir dann vor einigen Jahren dieses Tagebuch angeboten wurde, erwuchs letztlich die Idee zu diesem Blog. Neben einer Geschichtsdarstellung aus der Sicht eines einzelnen Betroffenen, möchte ich eine „Brücke“ in die heutige Zeit schlagen und herausfinden, was aus dem Leben eines einzelnen und genau genommenen historisch nicht relevanten Menschen in der heutigen Zeit noch auffindbar ist. Aus diesem Grunde versuche ich auch die vier Personen aus Merdingen zu finden.

Oder halt Spuren, die Dieter Finzen im Dorf hinterlassen hat. Ich bin da skeptisch, es ist ja schon sehr lange her. Aber man weiß ja nie und ich gebe das deshalb gerne weiter. Vielleicht lernen wir wenigstens, was es mit den Pfänderspielen so auf sich hatte.

Beerdigungsfoto aus dem frühen 20. Jahrhundert

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtEine weitere „Postkarte“ vom Beseburgritter, die nun schon länger auf meiner Festplatte schlummert. Hab es doch tatsächlich vergessen. Da ich aber gerade mit der Zeit so um den ersten Weltkrieg zu tun habe (mehr dazu in den nächsten Tagen), ist mir dieses Foto wieder eingefallen. Es zeigt einen Sarg mit Soldaten drum rum.

Diese Beerdigungsszene ist der Rückseite nach sogar eine Postkarte. Ich kann mich allerdings erinnern, dass früher häufiger Postkartenmarkierungen auf Bildrückseiten gedruckt wurden. Das war wohl eher Mode oder einfach üblich bei Fotopapieren. Das Bild ist wohl eher ein privates Andenken und nicht wirklich als Postkarte verkauft worden.

Gegend ist klar: Kirchgasse vor dem Rathaus.

Alte Merdinger Ansichten: Beerdigung um 1910
Tipp: Auf das Bild klicken, dann gibt es eine Großansicht.

Danke an den Beseburgritter und Aufruf an alle: Bin nach wie vor an alten Bildern oder Urkunden oder Dokumenten interessiert. Immer her damit.

Alte Merdinger Ansichten: Anfang und Ende der Sechziger

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtNoch zwei Ansichten vom Beseburgritter. Die erste stammt wohl aus den Jahren 62-63, da die Schule darauf als Baustelle zu erkennen ist. Die zweite ist dann schon in Farbe und die Schule ist fertig. Dahinter: nix. Die Schule steht am Ortsrand.

Was mich aber wirklich interessiert (als Zugeflogener bin ich halt dumm): Wo war das Kaufhaus Selinger (Inh. Gertrud Weis). Da grinst der Beseburgritter, denn ich habe nun mal keinen Schimmer. Aber wofür gibt es schließlich die Kommentarfunktion.

Merdinger Ansicht aus den 60ern

Merdinger Ansicht aus den 60ern

>> Alle alten Merdinger Ansichten

Schau an, noch mehr!

Button: Alte Merdinger Ansichten gesuchtDie Aktion „Alte Merdinger Ansichten“ bekommt neuen Schwung, da will auch ich noch was nachlegen. Eine weitere Postkarte von Merdingen, jedoch habe ich keine Angabe aus welchem Jahr das Bild der Postkarte stammt oder wann sie verschickt wurde. Interessant wäre den Text zu identifizieren, es gilt den erfahrenen Herrschaften diese Bild einmal unter die Nase zu halten.
Man darf gespannt sein auf mögliche Antworten.

Postkarte
*Auf das Bild klicken bringt die Großansicht.*

Stichwort: „Großsender Zwulchheim“ es gibt wohl alte Bilder….

Alte Merdinger Ansichten: Postkarten

Button: Alte Merdinger Ansichten gesucht Lange ist es her, dass ich mit der Aktion „Alte Merdinger Ansichten gesucht“ nach Postkarten und vielem mehr aus vergangenen Tagen gesucht habe. Es kam recht wenig und dann ist das halt sanft entschlummert. Bis der Beseburgritter kam und die Schlafende … naja, vielleicht lassen wir das mit den Märchenanalogien jetzt lieber.

Jedenfalls hat er Postkarten gefunden und für mich gescannt! Vielen herzlichen Dank. Ich bringe heute gleich mal zwei der besten Karten und zwar deshalb, weil sie auch so alt sind, dass das Copyright sicher abgelaufen ist. Bei manch anderen ist das wohl eher nicht so. Mal sehen, was ich da mache.

Diese Bilder sind laut Rückseite von „Ehret, Merdingen“ fotografiert. Das kann wohl gut sein. Interessant ist natürlich das Luftbild. Der Friedhof unten rechts liegt noch deutlich außerhalb des Dorfes und die Breige ist Acker. Das Gratzfeld ist auch noch eindeutig „Bauerweiterungsfläche“ – so man dieses Wort damals schon kannte. Genau betrachtet liegt selbst die Kirche eher am Ortsrand. Das wird aus dem zweiten Bild recht deutlich.

Aus dem Text auf den Karten kann geschlossen werden, dass beide vor 1945 und in der Zeit des Zweiten Weltkrieges entstanden.

Blick auf Merdingen (vor 1945) - Fotograf: Ehret

Blick auf Merdingen (vor 1945) - Fotograf: Ehret

Tipp: Auf Bilder klicken bringt die Großansicht.

Alle Einträge zum Thema gibt es unter dem Stichwort Alte Merdinger Ansichten. Immerhin: Foto mit Schneebergen in der Langgasse, die alte Karfreitagsratsche und was Römisches auf dem Historienschinken gab es schon mal.

Es darf gerne weitergeschickt werden und ich scanne gerne auch selbst!