Kräuterbüschel und Maria Himmelfahrt

Am 15. August war Maria Himmelfahrt, was ja früher auch mal ein gesetzlicher Feiertag war. Es ist eines dieser Kirchenfeste, mit dem eine uralte Tradition verknüpft ist: An diesem Tag werden Kräuterbüschel geweiht. Und mittlerweile halt auch am Sonntag darauf.

Kräuterbüschel in Merdingen 2013

Wenn man sich die Merdinger „Büschel“ so ansieht, dann frägt man sich zunächst natürlich mal ob man den Begriff „Kräuter“ auch richtig verstanden hat. Sieht sehr blumig aus. Deshalb war die Erklärung zum Brauch beim Familiensgottesdienst sicher angemessen. In der Summe: Es ist halt ein Brauch, eine schöne Tradition, deren Bedeutung eher darin liegt, sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen und dafür auch dankbar zu sein:

Die Weihe der Kräuter ist eine der ältesten Traditionen im Kirchenjahr. In der Weihe der Kräuter sollte die Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer zum Ausdruck kommen, der Menschen und Tieren gibt, was sie zum Leben brauchen.

Die Weihe der Kräuter war ürsprünglich über das ganze Jahr verteilt. Geblieben ist die Kräuterweihe am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Der Grund dafür liegt sicher darin, dass die meisten Heilkräuter im Hochsommer ihre Blüte- und Reigezeit haben und damit ihre stärkste Wirkung entfalten.

Aber auch schon in der Urkirche wird Maria als die „schönste Blume“, „Heil der Kranken“, auch als „Mystische Rose“ verehrt. In vielen Ländern wird Maria auch als die „Patronin der Feldfrüchte“ angesehen. Eine Tradition, die die Christen für dieses Fest übernommen haben, ist das Binden von Kräutersträußen.

Die gesegneten Kräuterbüschel sollen das Haus und seine Bewohner vor Krankehit, Blitzschlagund sonstigem Unglück schützen. Es kann alles genommen werden, was man an Heilendem und Schmückendem in Wald und Flur oder auch im heimischen Garten findet. Es gibt auch den Brauch, die sogenannten „heiligen Zahlen“, d.h., drei, sieben oder zwölf Kräuter zu verwenden um die Symbolkraft der Kräuterbüschel zu verstärken.

In Merdingen gehörtals Schmuckstück in die Mitte traditionell eni Gladiole, auch Sonnenblumen oder Dahlien. Einfach alles, was gerade blüht. An Kräutern verwendet man Minze, Melisse, Schafgarbe, Hirtentäschel, Entenkraut, Johanniskraut, Thymian, Salbei, Königskerze, Osterluzei (Eschterlizeikrüt), Sonnenhut, Rainfarn, Goldrute, Wasserdost (Wannekrüt), Ringelblume, Lavendel und natürlich das Muttergotteskraut, den wilden Oregano, außerdem eine Zwiebel, einen Ranenblatt und eine Karotte.

Kräuterbüschel in Merdingen 2013

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